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1. Das Mediatorenteam
Die Mediationssitzungen werden von einem MediatorInnen-Team geleitet, welches aus zwei Personen besteht. Es ist grundsätz-lich und bewußt geschlechterparitätisch besetzt.

Der oder die eine MediatorIn ist Rechtsanwältin oder Rechts-anwalt mit speziell familienrechtlichen Erfahrungen und der oder die andere MediatorIn in der Regel ein(e) Angehörige(r) der psychosozialen Berufsgruppe als Psychologe(in) oder Sozial-pädagoge(in) mit langjähriger Erfahrung in Konfliktlösungsstra-tegien. Von Anwaltsseite werden zu jedem angesprochenen Problem die notwendigen juristischen Informationen gegeben, von Seiten der psychosozialen Berufsgruppe wird der psychody-namischen Prozeß während der Mediationssitzungen moderiert.

Die MediatorInnen sorgen unter Strukturierung des Gesprächs mit den Mitteln anerkannter Konfliktlösungstechniken dafür, daß
  • beide Ehepartner ungestört ihre Wünsche,
  • Interessen und Gefühle ausdrücken können,
  • Konflikte erhellt und starre Positionen aufgelöst werden,
  • das lösungsorientierte Gespräch gefördert wird,
  • Lösungsmöglichkeiten entwickelt und gesammelt werden.

Das Verantwortungsbewußtsein und das Fairneßempfinden beider Eheleute wird in besonderer Weise gefordert. Die Mediatoren unterstützen im Mediationsprozeß die sozialen Kompetenzen der Beteiligten.

Die Mediation gelingt, wenn
  • beide Partner eine faire Übereinkunft, insbesondere für die unterhalts- und der vermögensrechtlichen Problematik anstreben,
  • beide Partner zur Offenlegung ihrer Vermögens- und Einkommensverhältnisse bereit sind,
  • beide Partner das Vertrauen in den Willen des anderen Partners haben, eine faire Lösung zu erarbeiten.
Über 90 % der begonnenen Mediationen werden nach der Statistik seit 1993 zu einem erfolgreichen Abschluß geführt!
2. Zu den Grundsätzen der Mediation
Das Mediationsverfahren geht von der Erfahrung aus, daß Scheidungs- und Trennungsfolgen besser im Gespräch der Parteien untereinander gelöst werden können, als im Rahmen eines anonymen gerichtlichen Verfahrens, in dem der persönliche Kontakt der Eheleute untereinander unterbrochen ist und an dessen Stelle der Austausch anwaltlicher Streit- und Klageschriften tritt.

Die Mediation erspart Zeit, Kosten und Energie. Sie fördert eine für beide Seiten als fair empfundene Lösung, insbesondere für die unterhalts- und vermögensrechtliche Situation.

Sie wirkt zum Wohle der beteiligten Kinder, indem sie dazu beiträgt, daß das Verhältnis der Beteiligten auch nach der Trennung und/oder Scheidung nicht völlig zerstört wird. Die Mediation bietet ein neutrales Forum für die unterschiedlichen Sichtweisen der Parteien, auch wenn diese nicht nur sachsondern auch gefühlsorientiert sind. Sie versucht, das Verständnis für die Situation des anderen zu fördern und verfolgt zusammenfassend das Ziel, Kinder und Ehepartner möglichst unbeschädigt aus der Trennung oder Scheidung zu entlassen.

Gegenüber dem streitigen Gerichtsverfahren, das fast immer einen "Verlierer" zurückläßt, bietet das Mediationsverfahren bei Scheidung und Trennung eine echte Alternative, die den Ehepartnern die Möglichkeit eröffnet, eine für beide akzeptable, dem individuellem Lebenssachverhalt angepaßte Lösung aus-zuhandeln.
Die Erfahrung zeigt, daß eine fair verhandelte Lösung der Sachproblematik ein gute Grundlage für die Eheleute bietet, auch nach der Trennung und Scheidung ein tragbares Verhältnis zueinander zu behalten. Dies ist jedenfalls immer dann unabdingbar, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind. Denn das Paarverhältnis endet, die Elternschaft bleibt. Die kindliche Lebensanschauung und Psyche wird ganz wesentlich auch davon geprägt, auf welche Weise die Eltern ihre Scheidungsproblematik gelöst haben.

Diese Mediation ist in Deutschland bereits seit vielen Jahren fest etabliert. Das Verfahren wird gestützt und gefördert von den Familienrichtern und der deutschen Anwaltschaft.

Unter juristischer und psychologischer Anleitung und Beratung werden sämtliche Scheidungs- und Trennungsprobleme, nämlich

      • Ehegatten- und Kindesunterhalt
      • Sorge- und Umgangsrecht
      • Hausrat und eheliche Wohnung
      • Vermögensauseinandersetzung
      • Versorgungsausgleich

gemeinsam gelöst. Die Mediatoren unterstützen die Ehepartner in der Lösungssuche und unterbreiten auch selbst Lösungs-vorschläge, die sich in vielen Scheidungs- und Trennungs-verfahren als sinnvoll erwiesen haben.

Die Mediatoren unterstützten die Eheleute auch in den die Scheidung betreffenden steuerlichen Fragen (Veränderung der Steuerklase etc.) und unterstützen sie in der Abwicklung der banktechnischen Probleme etwa im Zusammenhang mit Immobilien.

Der mediatorenverbund nord setzt zur Lösungsfindung moderne computergestützte Berechnungsprogramme ein, die den Zeitablauf der Mediation erheblich straffen und daher nochmals zur Kostenminderung beitragen. Alle Berechnungen werden den Beteiligten in schriftlicher und übersichtlicher Form an die Hand gegeben und sowohl mündlich wie schriftlich erläutert.

Die Ergebnisse der Berechnungen und Verhandlungen werden von den Mediatoren in Form einer Scheidungs- bzw. Trennungs-folgenvereinbarung schriftlich niedergelegt, die den notwen-digen juristischen Erfordernissen entspricht. Die Vereinbarung wird in aller Regel notariell beurkundet und wird somit rechtskräftig und vollstreckbar.

Nach der außergerichtlichen Regelung aller Scheidungsfolgen kann dann die formale, gerichtliche Scheidung durchgeführt werden. Nicht selten werden allerdings lediglich die Trennungs-folgen geregelt und eine gerichtliche Scheidung zunächst nicht durchgeführt. Die Parteien leben dann unter Regelung aller wirtschaftlichen und anderen Verhältnisse lediglich getrennt voneinander und bleiben zunächst weiter miteinander verheiratet.